Progressive Muskelentspannung

Dem schwedischen Arzt und Physiotherapeut Edmund Jacobsen haben wir diese Methode zu verdanken. Er emigrierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Schweden in die USA und lehrte progressive Muskelentspannung (PRM) dort an der Harvard-Universität.

Er erkannte bei der Arbeit mit seinen Patienten, dass durch gezieltes Anspannen und anschließendem schnellen Lösen der Spannung in unterschiedlichen Muskelgruppen von Kopf bis Fuß nachweislich eine tiefe Entspannung, körperlich und seelisch, erreicht werden kann.

Zusätzlich stellte er fest, dass Patienten, die er mit dieser Methode behandelte, z.B. bei nervösen Magenbeschwerden eine deutliche Besserung zeigten. Ebenso hat PRM eine positive Auswirkung auf vielerlei Angstzustände, sowie insgesamt eine Wirksamkeit bei Krankheitsbildern, bei denen Anspannung oder Angst eine Rolle spielt. Dies trifft ja u.a. auch auf zahlreiche Schmerzzustände zu. Das Ziel ist es muskuläre Spannungszustände frühzeitig wahrzunehmen und diesen gezielt entgegenzuwirken und sie dadurch aktiv zu vermindern.

Als systematisches Muskelentspannungstraining fördert die PRM das Körperbewusstsein. Es ist eine effektive und vor allem leicht erlernbare Methode, durch die ein körperlich-seelisches Gleichgewicht gefördert wird. Sie ist als Kurzentspannung auch in alltäglichen Situationen anwendbar und lässt sich wegen der schnellen Wirksamkeit auch gut mit anderen Übungswegen kombinieren (z.B. Yoga, AT, Achtsamkeitstraining).

Die PRM ist nicht nur eine reine Entspannungsmethode, sondern kann auch bei vielen Krankheiten als alleinige oder begleitende Therapiemethode erfolgreich eingesetzt werden.

Kontraindikationen: akuter Hexenschuss, Myositis (Muskelentzündung), akute rheumatische Zustände, starke Hypertonie, starke Herzinsuffizienz, Aorta- Aneurysma, Psychosen, manische Depression, Schizophrenie, Hypochondrie.